Von den drei Filmen, bei denen der britische Horrorautor Clive Barker bislang auf dem Regiestuhl gesessen hat, konnte lediglich „Hellraiser“ eine breitere Öffentlichkeit erreichen. Die ikonische Figur des Pinhead gehört zu den bekanntesten Erfindungen des Genres, doch im Grunde ist sie nur ein Beispiel für Barkers ausufernde Monster-Fantasien. Seine zweite Regiearbeit hatte sich nicht weniger zum Ziel gesetzt, als eine Art „Star Wars“ des Horrorkinos zu werden. An bizarren Kreaturen sollte es nicht scheitern, denn die Geschichte um die unterirdische Stadt Midian, die von allerlei erschreckenden Gestalten bevölkert ist, bot reichlich Raum für ebenso grauenerregende wie faszinierende Fabulierlust. Im Weg standen Barker damals allerdings die Entscheider von Fox und Morgan Creek.
Clive Barkers NIGHTBREED erstmals in einer ungekürzten Rohschnittfassung zu sehen
06. Februar 2010Emmerichs 2012 schafft Rekordeinnahmen in China und Russland
02. Januar 2010Nichts ist so unterhaltsam wie der Weltuntergang. Das gilt jedenfalls derzeit in China. Mit einer absoluten Rekordsumme von 460 Millionen Yuan (etwa 47 Millionen Euro) erweist sich Roland Emmerichs „2012“ laut AP derzeit als erfolgreichster Film, der jemals über eine chinesische Leinwand geflimmert ist. Zuvor hatte mit „Transformers 2“ ebenfalls eine US-Produktion die Liste angeführt. Politisch betrachtet ist das nicht uninteressant, denn China arbeitet mit einer strengen Quotenpolitik.
Filmkritik: AVATAR – AUFBRUCH NACH PANDORA
01. Januar 2010Satte 800 Millionen US-Dollar hat James Cameron mit seiner bahnbrechenden 3D-Fantasie in gerade einmal zwei Wochen Spielzeit den Taschen eines zahlungswilligen Publikums entlockt, und das gänzlich mühelos. Wer hierzulande eine allgegenwärtige Plakatierungskampagne befürchtete, konnte rasch aufatmen. „Avatar“ hatte weltweit längst genügend Aufmerksamkeit und erwartungsvolle Ungeduld ausgelöst, um sich ausuferndes Bekleben der Städte sparen zu können. Warum der Besucherstrom zurecht nicht so schnell nachlässt, erklärt unsere überaus berauschte Filmkritik.
Steven Spielberg verfilmt Stephen King
27. November 2009Die Tinte von „Under the Dome (dt.: Die Arena)“, Stephen Kings gerade erst veröffentlichten neuesten Mammutwerk, ist noch nicht vollständig getrocknet, da sind die Verfilmungsrechte bereits vergeben. Was die Fans des meistverkauften Schriftstellers der Gegenwart dabei vor allem aufhorchen lässt, ist der Name des Käufers: Steven Spielberg.
Eine Mini-Serie soll es nach Angaben von Variety werden, und King selber wird zusammen mit Spielberg als Executive Producer fungiern. Derzeit treffe man sich mit möglichen Drehbuchautoren, die man – so die Strategie – verpflichten wolle, bevor das Projekt an einen Sender verkauft werde.
Filmkritik: 2012
21. November 2009Auf Filme von Roland Emmerich mit den immer gleichen Platitüden einzuprügeln, ist ebenso gängig wie gedankenlos. Schablonenhafte Charaktere, überbordender US-Patriotismus, billigstes Pathos, reißbretthafte Narration – die Klischees halten sich standhaft. Nicht anders im Fall dieses Weltuntergangsszenarios, dessen Budget schneller wieder eingespielt war als ausgegeben. Warum „2012“ allen Unkenrufen zum Trotz prallstes Kino mit hohem Unterhaltungswert ist, erklärt unsere ausführliche Filmkritik.
Scream Awards 2009 versinken in Mainstream und Belanglosigkeit
06. November 2009Eine heiße Sache waren die Scream Awards, als sie 2006 zum ersten Mal vergeben wurden. Die vom MTV-Tochterkanal SPIKE ins Leben gerufene Auszeichnung für Filme und Genres, die bei den meisten sonstigen Preisverleihungen eher außen vor bleiben (Horror, Fantasy, Science Fiction), fiel in erster Linie durch eine ziemlich wilde Show auf und bot allen Teilnehmern ausführlich Gelegenheit zu demonstrieren, dass man im Vergleich zum etablierten Hollywood vor allem eines war: Anders.
2009 ist davon nicht mehr sonderlich viel zu spüren. Das Publikum präsentiert sich zwar immer noch durchweg in möglichst abseitiger Kostümierung, und die Kategorien, in denen die Awards vergeben werden, sind weiterhin schräg bis gaga, aber im Großen und Ganzen ist vom anarchischen Pioniergeist kaum mehr übrig geblieben als ein leidlich kurioser Award-Cocktail mit Halloween-Flavor.
Filmkritik: DIE PÄPSTIN
24. Oktober 2009Ob die Legende der Johanna von Ingelheim zu denjenigen Geschichten gehört, die Günther Wallraff als Kind vorgelesen bekommen hat, ist nicht bekannt. Sollte an dieser kaum vorstellbaren, bereits 1972 einmal mit Liv Ullmann in der Hauptrolle verfilmten Episode der christlichen Kirchenhistorie aber tatsächlich etwas dran sein, so müsste sie dem unermüdlichen Verwandlungsjournalisten (dessen neueste Maskerade bemerkenswerter Weise zum gleichen Zeitpunkt in den deutschen Kinos gestartet ist wie Sönke Wortmanns Klerikaldrama) doch einiges an Respekt einflößen. Warum sich Ähnliches nur eingeschränkt von der reich ausgestatteten Constantin-Produktion sagen lässt, erhellt unsere unmaskierte Filmkritik.
Unveröffentlichte Fotografien von Dennis Hopper
17. Oktober 2009Zwei Generationen haben ihre ganz eigene ikonische Rolle vor Augen, wenn sie an Dennis Hopper denken. Doch zwischen dem friedlichen Biker Billy aus „Easy Rider“ und dem abgründigen Vergewaltiger Frank aus David Lynchs filmischem Alptraum „Blue Velvet“ liegen nicht nur fast zwei Jahrzehnte, sondern auch eine überaus exzessive Drogenkarriere.
Wer dem entspannt wirkenden älteren Herr mit weißem Kinnbart heute gegenüber steht, wird Schwierigkeiten haben, dem schönen Schein zu trauen – zu mächtig ist das Bild, das sich über die Jahre eingebrannt hat. Hopper war schon immer eine Ausnahmegestalt, und das als Schauspieler, Autor, Regisseur, Maler und Kunstsammler. Ein exquisiter Bildband mit einer Menge zuvor unveröffentlichter Aufnahmen des Fotografen Hopper erlaubt einen direkten Blick mit den Augen von „Mr. Sixties“, wie ihn David Lynch einmal genannt hat.
David Lynch im Max Ernst Museum
16. Oktober 2009„I like to kill Deer“ heißt ein Ringtone, der sich auf David Lynchs offizieller Homepage downloaden lässt, doch im Fall des Mannes, der seit ein paar Jahren den Weltfrieden mithilfe von Meditation herbeiführen will, ist ganz sicher das Gegenteil der Fall. Nichts in David Lynchs Universum lebt von klassischer Konsistenz, und das meiste lehnt alle gewohnte Sicherheit so entschieden ab, dass es einem den Boden unter den Füßen wegziehen kann. Eine Ausstellung im Max Ernst Museum ermöglicht ab dem 22. November einen Blick in Lynchs dunkle Herrlichkeit und heißt deshalb auch „Dark Splendor“.
Trick or Treat: Harper´s Bazaar zeigt Halloween-Fotostrecke von Tim Burton
13. Oktober 2009Um ein bisschen die Werbetrommel für eine Retrospektive seiner skurrilen Schöpfungen in einer eigenen Ausstellung des New Yorker Museums of Modern Art ab dem 22. November zu rühren (und zudem ganz sicher ein schickes Honorar zu kassieren), entwarf Tim Burton zusammen mit Fotograf Tim Walker im Auftrag des US-Modemagazins Harper´s Bazaar jüngst eine Bilderserie, die offenbar an alle diejenigen gerichtet ist, die ihrer Kreditkarte zu Halloween Saures geben wollen.
Filmkritik: PANDORUM
12. Oktober 2009Das Klischee will es so, dass deutsche Filmemacher vorwiegend nur dann in der Lage sind, vernünftiges Genre-Kino zustande zu bringen, wenn sie unter der Aufsicht und strengen Riege eines US-Studios arbeiten. Marcus Nispel etwa hat sich mittlerweile einen guten Ruf als Spezialist für zeitgemäße Remakes klassischer Horrorstoffe erarbeitet (zuletzt „Freitag, der 13.“) und liefert dort beständig solide Arbeit ab. Warum Christian Alvart hingegen („Antikörper“) dem Vorurteil leider nur weiteres Öl ins Feuer gießt, analysiert unsere unzweideutige Filmkritik.
Christoph Waltz ersetzt Nicolas Cage in Michel Gondrys Version von THE GREEN HORNET
22. September 2009
Seit seiner bahnbrechenden Leistung als „Judenjäger“ Hans Landa in Quentin Tarantinos Nazikiller-Farce „Inglourious Basterds“ gehört Christoph Waltz zu den heißesten deutschsprachigen Schauspieler-Exporten. Bei den Filmfestspielen in Cannes brachte dem Österreicher die Rolle des charismatischen SS-Obersts bereits die Goldene Palme ein, und die Wetten stehen nicht schlecht, dass er 2010 auch einen Oscar als bester Nebendarsteller mit nach Hause nimmt. Auf dem Schreibtisch seiner Agentur stapeln sich nun die Anfragen aus Hollywood, und in seinem nächsten Projekt ersetzt er bereits Nicolas Cage – das muss ihm erstmal einer nachmachen.
Filmkritik: DISTRICT 9
21. September 2009Dass kein Film große Namen braucht, um die Kassen klingeln zu lassen, belegt dieses ungemein originelle Debüt des gebürtigen Südafrikaners Neill Blomkamp. Mühelos spielte die clevere Alien-Melange aus Drama, Satire und Science-Fiction ihr Budget innerhalb kürzester Zeit um ein Vielfaches wieder ein und sorgte bei Kritik wie Zuschauern für seltene Einigkeit. Warum „District 9“ unbedingt zu den sehenswertesten Filmen von 2009 gehört, lesen Sie in unserer bestens gelaunten Filmkritik.
KINDER DES ZORNS – Weinstein Company kündigt neue Verfilmung der klassischen Kurzgeschichte von Stephen King an
17. September 2009
Der Meister selber hat nie viel von dem gehalten, was Fritz Kiersch aus seiner Kurzgeschichte „Children of the Corn“ gemacht hat. Aber auch sonst genießt der Film von 1984 nicht den allerbesten Ruf. Nichts desto trotz erwies sich der schaurige Grundgedanke einer Kindersekte, die alle Erwachsenen grausam niedermetzelt, als tragend genug, um insgesamt sechs Fortsetzungen möglich zu machen. Für Bob und Harvey Weinstein ein ausreichender Grund, sich die Rechte für eine Neuverfilmung zu sichern. Immerhin geht es der gemeinsamen Produktionsgesellschaft trotz des anhaltenden Erfolgs der „Inglourious Basterds“ immer noch nicht gut genug, um gelassen durchatmen zu können.
Filmkritik: ANTICHRIST
15. September 2009
Die Franzosen brachten ihr Urteil zu Lars von Trier und seinen Film mit einem Wort auf den Punkt: „Merde“. Das konnte der dänische Filmemacher bei seiner kontrovers aufgenommenen Premiere in Cannes selbstverständlich nicht auf sich sitzen lassen und erklärte sich im Gegenzug mal schnell zum „greatest Director in the World“. In etwa zwischen diesen beiden Extremen bewegen sich seitdem so ziemlich alle Stellungnahmen zu von Triers „Antichrist“. Wir bilden da keine Ausnahme und beziehen Position in unserer ausführlichen Filmkritik.
Rambo auf Mutantenjagd? Stallone gibt Einblicke in Teil 5
08. September 2009
Aus echten Kriegern werden einfach keine friedlichen Farmer. Und so kann Sylvester Stallone sein erfolgreiches Alter Ego auch beim besten Willen nicht aufs Altenteil schicken. Mit weltweiten Einspielergebnissen von 113 Millionen USD war der bislang letzte Aufguss der Serie („John Rambo“) zu erfolgreich ausgefallen, um dem arg gebeutelten Vietnamveteranen nicht noch ein weiteres Mal eine Waffe in die Hand zu drücken. Doch was Stallone jetzt über den geplanten Inhalt des nächsten Teils zum Besten gab, lässt selbst eingefleischte Fans aufmerken.
Quentin Tarantinos Top 20
04. September 2009
Wie ernst man die eigenen Bestenlisten nehmen kann, wissen nur echte Fanboys. Was genau hinter dem Bedürfnis steht, sich Hitparaden seiner Lieblinge aufzustellen, ist echter Stoff für die Psychoanalyse. Kinder machen es andauernd und schaffen sich auf diese Weise offenbar eine sinnvolle Ordnung über so wichtige Kategorien wie beste und zweitbeste Freunde, Spielzeuge, T-Shirts und anderes mehr. Echte Freaks lassen auch später im Leben nie ab von diesem Prinzip. Quentin Tarantino zum Beispiel. Dass sich seine Charts in erster Linie ums Kino drehen, ist dabei Ehrensache.
Vom Kurzfilm zu DISTRICT 9 – bereits 2005 waren Aliens ALIVE IN JOBURG
03. September 2009
Wer die erste Viertelstunde des von Peter Jackson produzierten, äußerst unkonventionellen Alien-Films „District 9“ seiner Machart wegen bestaunt, tut dies zurecht. Was er vielleicht nicht weiß: Regisseur Neill Blomkamp hatte dasselbe Konzept bereits 2005 in Form eines rund 6-minütigen Kurzfilms durchexerziert. „Alive in Joburg“ soll zudem einer der entscheidenden Gründe gewesen sein, ihn für die Verfilmung der erfolgreichen Game-Serie „Halo“ ins Gespräch zu bringen. Das Projekt ist mittlerweile auf Eis gelegt, doch Blomkamp hat sein Langfilmdebüt trotzdem absolvieren können. Und das mit einiger Aufmerksamkeit: „District 9“ nahm die US-Kinocharts im Sturm.
INGLOURIOUS BASTERDS: Posterdesign von James Goodridge blieb unveröffentlicht
30. August 2009
Traditionelle Illustratoren stellen derzeit in Hollywood eher eine Randerscheinung dar. Mit dem Siegeszug der digitalen Bildbearbeitung verschwanden auch die großen Namen wie Bob Peak oder Renato Casaro (der es einst sogar in den Vorspann von „Once upon a time in America“ geschafft hatte) von der Bildfläche. Der Engländer James Goodridge gehört zu dieser schmerzlich unterrepräsentierten Zunft, ist aber zugleich auch einer der meist gebuchten Illustratoren der Traumfabrik. Ein beauftragtes, jedoch nicht verwendetes Plakatmotiv für Quentin Tarantinos Nazifarce „Inglourious Basterds“ vermittelt eine Idee von jenem Stil, den die Filmindustrie mittlerweile weitestgehend aus dem Marketing verbannt hat.
Empire-Magazin zeigt erste AVATAR-Bilder
29. August 2009
Die Marketing-Maschinerie für James Camerons erst im Dezember anlaufende Zukunftsvision „Avatar“ ist bereits in vollem Gang. Weltweite Previews einiger weniger Sequenzen am 21. August sorgten für wohligen Aufruhr, der den Machern gut gefallen haben dürfte. Nicht ganz so gut kam der am gleichen Tag veröffentlichte Trailer an, doch dürfte das kaum etwas am wachsenden Hype ändern, der den Film spätestens seit der diesjährigen Comic-Con begleitet. Eine ganze Reihe von US-Spielstätten sind jedenfalls bereits jetzt dazu übergegangen, Tickets für die Premiere zu verkaufen – mit fast vier Monaten Vorlauf ein echtes Novum.