Das BBFC drückt ansonsten schon mal ein Auge mehr zu als andere, doch im Fall des japanischen Horrorfilms „Gurotesuku (Grotesque)“ war selbst für die Briten das Maß voll. Angesichts eines Miminums an Handlung und Charakterentwicklung vor dem Hintergrund expliziter Gewaltdarstellung entschied man beim British Board of Film Classification (dem dortigen Pendant zur hiesigen Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft), Vertrieb und Aufführung des Films auf der Insel gänzlich zu verbieten.
In einem offiziellen Statement betont Board-Vorstand David Cooke, dass man es sich mit der Entscheidung nicht leicht gemacht und die Möglichkeit abgewogen hätte, eine Freigabe durch Schnittauflagen in Betracht zu ziehen. Das Grundprinzip des Films jedoch habe dagegen gesprochen. Im direkten Vergleich zu anderen populäreren Produktionen wie „Saw“ und „Hostel“, mit denen der Terminus „Torture Porn“ in Mode kam, sei „Grotesque“ nahezu vollständig auf die selbstzweckhafte Darstellung von Erniedrigung, Folter und Sadismus reduziert.
Seit „Murder-Set-Pieces“ in 2008 hatte das BBFC keinem Film mehr eine Altersfreigabe verweigert, und ist dahingehend auch in den Jahren zuvor immer zurückhaltend gewesen. Bemerkenswert gerät dabei die Tatsache, dass die internationale Premiere des fragwürdigen Titels auf dem diesjährigen Japanischen Filmfest Hamburg stattgefunden hatte – und das zudem in einer deutschen Synchronfassung. Eine FSK-Prüfung ist bisher allerdings nicht vorgenommen worden.

Servus! Was ist so bemerkenswert daran, dass ein in GB verbotener Film seine internationale Premiere auf dem JFFH hatte? Bemerkenswert fände ich es, wenn die Premiere in GB stattgefunden hätte ;-)
DAS wäre allerdings eine absurde Wendung.
Die Premiere auf dem JFFH ist deshalb so bemerkenswert, weil die FSK im Vergleich zum britischen Pendant in aller Regel strenger hinsieht. Ein Film wie Pascal Laugiers “Martyrs” etwa schaffte es in England problemlos ungekürzt auf den Markt (jedenfalls in der Fassung der Blu-ray). Hier hingegen tut sich da nichts, auch wenn die Originalversion bereits auf dem Fantasy Filmfest 2008 zu sehen war.