Spätromantik statt Elektronik: Nach produktionstechnischem Hin und Her entschloss man sich bei Universal in letzter Minute dazu, die Wiederbelebung des „Wolfman“ nun doch mit Danny Elfmans orchestralem Großangriff auf die Leinwand zu schicken. Zuvor war man nach zahlreichen Nachdrehs und Kürzungen zu dem Schluss gekommen, dass ein temporeicherer, elektroniklastiger Score dem Film besser zu Gesicht stehen würde und vergab den Kompositionsauftrag vorübergehend an Paul Haslinger, dessen Arbeit es nun vermutlich nie zu hören geben wird. Aber auch die jetzt verwendete Partitur ist mit Elfmans ursprünglicher Musik nicht wirklich identisch.
Archiv für die Kategorie ‘Filme’
Rejected & Resurrected: WOLFMAN-Soundtrack von Danny Elfman
Donnerstag, 18. Februar 2010Clive Barkers NIGHTBREED erstmals in einer ungekürzten Rohschnittfassung zu sehen
Samstag, 06. Februar 2010Von den drei Filmen, bei denen der britische Horrorautor Clive Barker bislang auf dem Regiestuhl gesessen hat, konnte lediglich „Hellraiser“ eine breitere Öffentlichkeit erreichen. Die ikonische Figur des Pinhead gehört zu den bekanntesten Erfindungen des Genres, doch im Grunde ist sie nur ein Beispiel für Barkers ausufernde Monster-Fantasien. Seine zweite Regiearbeit hatte sich nicht weniger zum Ziel gesetzt, als eine Art „Star Wars“ des Horrorkinos zu werden. An bizarren Kreaturen sollte es nicht scheitern, denn die Geschichte um die unterirdische Stadt Midian, die von allerlei erschreckenden Gestalten bevölkert ist, bot reichlich Raum für ebenso grauenerregende wie faszinierende Fabulierlust. Im Weg standen Barker damals allerdings die Entscheider von Fox und Morgan Creek.
Filmkritik: SHERLOCK HOLMES
Freitag, 05. Februar 2010Während dem klassischen Vampirmythos in der gegenwärtigen Welle romantisch-zahmer Blutsaugerfilme alle Reißzähne gezogen werden, schafften es Guy Ritchie und sein gutgelauntes Ensemble, einer anderen, nicht tot zu kriegenden und hundertfach auf die Leinwand gebrachten Figur neues Leben einzuhauchen: „Sherlock Holmes“ bietet mit Abstand eine der unverstaubtesten Inkarnationen des Deduktionskünstlers. Warum das so ist, erkundet unsere aktuelle Filmkritik.
Emmerichs 2012 schafft Rekordeinnahmen in China und Russland
Samstag, 02. Januar 2010Nichts ist so unterhaltsam wie der Weltuntergang. Das gilt jedenfalls derzeit in China. Mit einer absoluten Rekordsumme von 460 Millionen Yuan (etwa 47 Millionen Euro) erweist sich Roland Emmerichs „2012“ laut AP derzeit als erfolgreichster Film, der jemals über eine chinesische Leinwand geflimmert ist. Zuvor hatte mit „Transformers 2“ ebenfalls eine US-Produktion die Liste angeführt. Politisch betrachtet ist das nicht uninteressant, denn China arbeitet mit einer strengen Quotenpolitik.
Filmkritik: AVATAR – AUFBRUCH NACH PANDORA
Freitag, 01. Januar 2010Satte 800 Millionen US-Dollar hat James Cameron mit seiner bahnbrechenden 3D-Fantasie in gerade einmal zwei Wochen Spielzeit den Taschen eines zahlungswilligen Publikums entlockt, und das gänzlich mühelos. Wer hierzulande eine allgegenwärtige Plakatierungskampagne befürchtete, konnte rasch aufatmen. „Avatar“ hatte weltweit längst genügend Aufmerksamkeit und erwartungsvolle Ungeduld ausgelöst, um sich ausuferndes Bekleben der Städte sparen zu können. Warum der Besucherstrom zurecht nicht so schnell nachlässt, erklärt unsere überaus berauschte Filmkritik.
Filmkritik: 2012
Samstag, 21. November 2009Auf Filme von Roland Emmerich mit den immer gleichen Platitüden einzuprügeln, ist ebenso gängig wie gedankenlos. Schablonenhafte Charaktere, überbordender US-Patriotismus, billigstes Pathos, reißbretthafte Narration – die Klischees halten sich standhaft. Nicht anders im Fall dieses Weltuntergangsszenarios, dessen Budget schneller wieder eingespielt war als ausgegeben. Warum „2012“ allen Unkenrufen zum Trotz prallstes Kino mit hohem Unterhaltungswert ist, erklärt unsere ausführliche Filmkritik.
Filmkritik: DIE PÄPSTIN
Samstag, 24. Oktober 2009Ob die Legende der Johanna von Ingelheim zu denjenigen Geschichten gehört, die Günther Wallraff als Kind vorgelesen bekommen hat, ist nicht bekannt. Sollte an dieser kaum vorstellbaren, bereits 1972 einmal mit Liv Ullmann in der Hauptrolle verfilmten Episode der christlichen Kirchenhistorie aber tatsächlich etwas dran sein, so müsste sie dem unermüdlichen Verwandlungsjournalisten (dessen neueste Maskerade bemerkenswerter Weise zum gleichen Zeitpunkt in den deutschen Kinos gestartet ist wie Sönke Wortmanns Klerikaldrama) doch einiges an Respekt einflößen. Warum sich Ähnliches nur eingeschränkt von der reich ausgestatteten Constantin-Produktion sagen lässt, erhellt unsere unmaskierte Filmkritik.
Filmkritik: PANDORUM
Montag, 12. Oktober 2009Das Klischee will es so, dass deutsche Filmemacher vorwiegend nur dann in der Lage sind, vernünftiges Genre-Kino zustande zu bringen, wenn sie unter der Aufsicht und strengen Riege eines US-Studios arbeiten. Marcus Nispel etwa hat sich mittlerweile einen guten Ruf als Spezialist für zeitgemäße Remakes klassischer Horrorstoffe erarbeitet (zuletzt „Freitag, der 13.“) und liefert dort beständig solide Arbeit ab. Warum Christian Alvart hingegen („Antikörper“) dem Vorurteil leider nur weiteres Öl ins Feuer gießt, analysiert unsere unzweideutige Filmkritik.
Christoph Waltz ersetzt Nicolas Cage in Michel Gondrys Version von THE GREEN HORNET
Dienstag, 22. September 2009
Seit seiner bahnbrechenden Leistung als „Judenjäger“ Hans Landa in Quentin Tarantinos Nazikiller-Farce „Inglourious Basterds“ gehört Christoph Waltz zu den heißesten deutschsprachigen Schauspieler-Exporten. Bei den Filmfestspielen in Cannes brachte dem Österreicher die Rolle des charismatischen SS-Obersts bereits die Goldene Palme ein, und die Wetten stehen nicht schlecht, dass er 2010 auch einen Oscar als bester Nebendarsteller mit nach Hause nimmt. Auf dem Schreibtisch seiner Agentur stapeln sich nun die Anfragen aus Hollywood, und in seinem nächsten Projekt ersetzt er bereits Nicolas Cage – das muss ihm erstmal einer nachmachen.
Filmkritik: DISTRICT 9
Montag, 21. September 2009Dass kein Film große Namen braucht, um die Kassen klingeln zu lassen, belegt dieses ungemein originelle Debüt des gebürtigen Südafrikaners Neill Blomkamp. Mühelos spielte die clevere Alien-Melange aus Drama, Satire und Science-Fiction ihr Budget innerhalb kürzester Zeit um ein Vielfaches wieder ein und sorgte bei Kritik wie Zuschauern für seltene Einigkeit. Warum „District 9“ unbedingt zu den sehenswertesten Filmen von 2009 gehört, lesen Sie in unserer bestens gelaunten Filmkritik.
KINDER DES ZORNS – Weinstein Company kündigt neue Verfilmung der klassischen Kurzgeschichte von Stephen King an
Donnerstag, 17. September 2009
Der Meister selber hat nie viel von dem gehalten, was Fritz Kiersch aus seiner Kurzgeschichte „Children of the Corn“ gemacht hat. Aber auch sonst genießt der Film von 1984 nicht den allerbesten Ruf. Nichts desto trotz erwies sich der schaurige Grundgedanke einer Kindersekte, die alle Erwachsenen grausam niedermetzelt, als tragend genug, um insgesamt sechs Fortsetzungen möglich zu machen. Für Bob und Harvey Weinstein ein ausreichender Grund, sich die Rechte für eine Neuverfilmung zu sichern. Immerhin geht es der gemeinsamen Produktionsgesellschaft trotz des anhaltenden Erfolgs der „Inglourious Basterds“ immer noch nicht gut genug, um gelassen durchatmen zu können.
Filmkritik: ANTICHRIST
Dienstag, 15. September 2009
Die Franzosen brachten ihr Urteil zu Lars von Trier und seinen Film mit einem Wort auf den Punkt: „Merde“. Das konnte der dänische Filmemacher bei seiner kontrovers aufgenommenen Premiere in Cannes selbstverständlich nicht auf sich sitzen lassen und erklärte sich im Gegenzug mal schnell zum „greatest Director in the World“. In etwa zwischen diesen beiden Extremen bewegen sich seitdem so ziemlich alle Stellungnahmen zu von Triers „Antichrist“. Wir bilden da keine Ausnahme und beziehen Position in unserer ausführlichen Filmkritik.
Rambo auf Mutantenjagd? Stallone gibt Einblicke in Teil 5
Dienstag, 08. September 2009
Aus echten Kriegern werden einfach keine friedlichen Farmer. Und so kann Sylvester Stallone sein erfolgreiches Alter Ego auch beim besten Willen nicht aufs Altenteil schicken. Mit weltweiten Einspielergebnissen von 113 Millionen USD war der bislang letzte Aufguss der Serie („John Rambo“) zu erfolgreich ausgefallen, um dem arg gebeutelten Vietnamveteranen nicht noch ein weiteres Mal eine Waffe in die Hand zu drücken. Doch was Stallone jetzt über den geplanten Inhalt des nächsten Teils zum Besten gab, lässt selbst eingefleischte Fans aufmerken.
Vom Kurzfilm zu DISTRICT 9 – bereits 2005 waren Aliens ALIVE IN JOBURG
Donnerstag, 03. September 2009
Wer die erste Viertelstunde des von Peter Jackson produzierten, äußerst unkonventionellen Alien-Films „District 9“ seiner Machart wegen bestaunt, tut dies zurecht. Was er vielleicht nicht weiß: Regisseur Neill Blomkamp hatte dasselbe Konzept bereits 2005 in Form eines rund 6-minütigen Kurzfilms durchexerziert. „Alive in Joburg“ soll zudem einer der entscheidenden Gründe gewesen sein, ihn für die Verfilmung der erfolgreichen Game-Serie „Halo“ ins Gespräch zu bringen. Das Projekt ist mittlerweile auf Eis gelegt, doch Blomkamp hat sein Langfilmdebüt trotzdem absolvieren können. Und das mit einiger Aufmerksamkeit: „District 9“ nahm die US-Kinocharts im Sturm.
INGLOURIOUS BASTERDS: Posterdesign von James Goodridge blieb unveröffentlicht
Sonntag, 30. August 2009
Traditionelle Illustratoren stellen derzeit in Hollywood eher eine Randerscheinung dar. Mit dem Siegeszug der digitalen Bildbearbeitung verschwanden auch die großen Namen wie Bob Peak oder Renato Casaro (der es einst sogar in den Vorspann von „Once upon a time in America“ geschafft hatte) von der Bildfläche. Der Engländer James Goodridge gehört zu dieser schmerzlich unterrepräsentierten Zunft, ist aber zugleich auch einer der meist gebuchten Illustratoren der Traumfabrik. Ein beauftragtes, jedoch nicht verwendetes Plakatmotiv für Quentin Tarantinos Nazifarce „Inglourious Basterds“ vermittelt eine Idee von jenem Stil, den die Filmindustrie mittlerweile weitestgehend aus dem Marketing verbannt hat.
Empire-Magazin zeigt erste AVATAR-Bilder
Samstag, 29. August 2009
Die Marketing-Maschinerie für James Camerons erst im Dezember anlaufende Zukunftsvision „Avatar“ ist bereits in vollem Gang. Weltweite Previews einiger weniger Sequenzen am 21. August sorgten für wohligen Aufruhr, der den Machern gut gefallen haben dürfte. Nicht ganz so gut kam der am gleichen Tag veröffentlichte Trailer an, doch dürfte das kaum etwas am wachsenden Hype ändern, der den Film spätestens seit der diesjährigen Comic-Con begleitet. Eine ganze Reihe von US-Spielstätten sind jedenfalls bereits jetzt dazu übergegangen, Tickets für die Premiere zu verkaufen – mit fast vier Monaten Vorlauf ein echtes Novum.
Briten verbieten GROTESQUE
Dienstag, 25. August 2009
Das BBFC drückt ansonsten schon mal ein Auge mehr zu als andere, doch im Fall des japanischen Horrorfilms „Gurotesuku (Grotesque)“ war selbst für die Briten das Maß voll. Angesichts eines Miminums an Handlung und Charakterentwicklung vor dem Hintergrund expliziter Gewaltdarstellung entschied man beim British Board of Film Classification (dem dortigen Pendant zur hiesigen Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft), Vertrieb und Aufführung des Films auf der Insel gänzlich zu verbieten.
Filmkritik: INGLOURIOUS BASTERDS
Samstag, 22. August 2009Quentin Tarantino hat die Angewohnheit, mit Begeisterung von Filmprojekten zu fantasieren, deren Realisierung er in aller Regel schuldig bleibt. Lange Zeit gab es wenig Grund, daran zu zweifeln, dass sein langgehegter Kriegsfilmplan (mal eine Variante von “The Dirty Dozen”, mal ein Remake von “Quel maledetto treno blindato”) ein ähnliches Schicksal erleiden würde. Umso überraschter durfte man sein, als sich die Dinge Anfang 2008 tatsächlich konkretisierten, und wie zum Beweis sogar eine offenbar ungefälschte Drehbuchfassung im Netz kursierte. Doch nicht genug der Sensation: „Inglourious Basterds“, damals offiziell noch mit korrekter Orthographie propagiert, sollte im Wesentlichen auf deutschem Boden gedreht werden, und das, obwohl die Handlung gänzlich in Frankreich angesiedelt ist. Rund sieben Millionen Euro staatliche Filmförderung mögen da ein nicht unwesentliches Argument gewesen sein. Nun muss sich am Boxoffice zeigen, ob sich die Mühe auch in bare Münze auszahlt. Für die zuletzt arg gebeutelte Weinstein Co. jedenfalls könnte Tarantinos Film im Erfolgsfall ein Befreiungsschlag bedeuten.
Was von QTs „Operation Kino“ zu halten ist, lesen Sie in unserer ausführlichen Filmkritik.
THIRST – Park Chan-Wook in Berlin
Dienstag, 18. August 2009Während Robert Downey jr. Gerüchten zufolge mit Lestat demnächst den blasiertesten aller Vampire wieder zum Leinwandleben erweckt*, scheint der filmische Vampirismus derzeit vor allem von kreischenden Teenagern überschattet zu sein, die nicht genug bekommen können von „Twilight“, jener arg konservativen Soap Opera um ewiges Leben und Enthaltsamkeit vor der Ehe, mit der sich Autorin Stephenie Meyer ohne größeres schriftstellerisches Talent ihre Altersversorgung sichern konnte. Ausgerechnet auf den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes zeigte sich aber dann doch, dass dem Thema durchaus noch der eine oder andere Blutstropfen abzugewinnen ist. „Thirst (Bakjwi)“ stieß gar auf derart große Begeisterung, dass er am Ende den Prix du Jury mit nach Hause nehmen konnte.
Fantasy Filmfest 2009 zeigt DISTRICT 9
Montag, 17. August 2009Die Zeit der reinen Freakshow hat die 23. Ausgabe dieses abseitigsten aller hiesigen Filmfestivals mittlerweile hinter sich. Längst trifft man in vielen Vorstellungen nicht mehr ausschließlich auf lebensfremde Nerds und allerlei dunkle Gestalten, die den Serienkillern, Mutanten und Zombies auf der Leinwand bedenklich ähnlich sehen. Im Gegenteil.
Das hat nicht geringfügig damit zu tun, dass inzwischen auch immer mal wieder Produktionen im Festivalprogramm vertreten sind, die mit etablierten Namen aufwarten und auch sonst ein breiteres Publikum ansprechen – was nicht heißen soll, dass die Insider-Tipps ihre Vormachtstellung auch nur im Geringsten abgegeben hätten.